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Barolo – Ein Wein voller Geheimnisse

Der heute trockene Rotwein aus Norditalien hat seinen Ursprung in der Region Piemont, die für hochwertigen Weinbau bekannt ist. Denkt der Weinfreund an Barolo, assoziiert er damit einen trockenen, teuren Rotwein aus Italien. Man könnte sogar sagen, das Pedant zu dem französischen Bordeauxwein. Auch er ist meist teuer, jung (fast) untrinkbar und gereift ein Garant des hohen Weingenusses. Das trifft ebenfalls auf den Barolo zu. Jedoch war das nicht immer so, obwohl ein Barolo der Wein der Könige genannt wird. Wie kam es dazu?

Schauen wir uns den Barolo einmal genauer an

Herkunft und Geschichte

Der Barolo-Wein gehört unbestritten zu den besten Weinen Italiens und sein Werdegang ist einer genaueren Betrachtung wert. Seine Wiege steht im Piemont, genauer gesagt in der Langhe (lateinisch „Lingua“- Zunge), einem Anbaugebiet mit gemäßigtem Kontinentalklima, regnerischen Perioden im Frühling und warmen, trockenen Sommern. Die Sonneneinwirkung an den Ausläufern der Ligurischen Alpen ist besonders intensiv, was die Photosynthese der Nebbiolo-Trauben zu Gute kommt.

Herkunft des Namens

Die Namensgebung Barolo ist alt, sie taucht bereits 1730 in der Korrespondenz zwischen Weinhändlern, dem Haus Savoyen und den Verwaltern von Weingütern im Piemont auf. Der Wein erhielt seinen Namen von der Gemeinde Barolo, deren Anbauflächen nahe der Stadt Alba liegen. Zur Zeit der Namensgebung war der Barolo noch ein restsüßebetonter Rotwein aus der Nebbiolo-Traube. Die Restsüße bezog der ursprüngliche Barolo nicht aus einer geregelten Vergärung, sie war das Resultat der damals gegebenen Bedingungen in den Weinkellern. Dazu kommt der Umstand, dass die Nebbiolo-Rebe erst spät im Jahr reife Trauben hervorbringt, war Ursache für die späte Verarbeitung ist. Die alkoholische Gärung kam früher in den kalten Weinkellern häufig zum Erliegen und brachte Weine hervor, die nicht vollständig vergoren waren und somit eine recht hohe Restsüße aufwiesen.

Der Umbruch

Der moderne, trockene Barolo, so wie wir ihn heute schätzen, entstand erst im 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit, um 1850, berief der Marchesa Guilia Falletti di Barolo den französischen Önologen Louis Oudart ins Piemont, um sich beraten zu lassen. Oudart, der mit den klimatischen Bedingungen vertraut war, sie sind ähnlich der Champagne in Frankreich, verlegte den Gärprozess in neu angelegte, unterirdische Keller mit gleichbleibender Temperatur. Darüber hinaus verbesserte er die Kellerhygiene und den Umgang mit den wertvollen Trauben.

Das Resultat waren nun Rotweine, die vollständig vergoren, den heutigen trockenen Charakter aufwiesen. Dieser alte Barolo im neuen Gewand fand Gefallen und Oudart beriet nun zahlreiche Weingüter der Region, die ebenfalls von dem Siegeszug des neuen Barolo profitieren wollten. Der Ruf des Barolo drang bis ins Königshaus Savoyen in Turin, wo er es zum Liebling der Weintrinker brachte und die Winzer des Piemont zu Hoflieferanten machte. Oudart genoss größtes Ansehen und das Königshaus stellte ihm bei Alba große Weinbauflächen und Keller zur Verfügung, um seine Arbeit und Versuchsreihen zu perfektionieren.

Geschichten und Legenden

Wie so oft in der Geschichte um Erfolge, gibt es auch hier, bei dem modernen Barolo, Unstimmigkeiten und ein Gerangel um die Urheberschaft. So unterstützt die eine Fraktion die Meinung, dass Oudart auf Betreiben von Camillo Benso Cavour in das Piemont kam und andere behaupten, dass der italienische Önologe Paolo Francesco Staglieno der Entwickler des trockenen Barolo sei. Staglieno arbeitete tatsächlich von 1836 bis ca. 1840 auf den königlichen Weingut Pollenza und bei Camillo Benso Cavour. Wie es sich nun tatsächlich verhielt werden wir wohl nicht erfahren.

Tatsache ist jedoch, mit dem Auftreten des Franzosen Oudart änderte sich der liebliche Barolo in den heutigen trockenen Barolo, von dem zur Schaffenszeit Staglienos noch keine Rede war. Der Umstand, dass erst die französische Kellerkunst, aus der kühlen Champagne, die vollständige Vergärung ermöglichte und die italienische Kellerhygiene der französischen angepasst wurde, lässt den logischen Schluss zu, dass Oudart wohl der Urvater des modernen Barolo ist. Wie dem auch sei, es ist sicher eine schöne Geschichte, die ausreichend Platz lässt, interessante Gespräche zu führen und sich in alte Geschichten zu vertiefen. Am besten im Kreise von Weinfreunden und in Begleitung eines guten Barolos.

Der Einbruch, der Aufstieg und die Krönung

Im Laufe der Jahrhunderte durchlief der Barolo einige Höhen und Tiefen. Angefangen mit der europaweiten Reblausplage, gefolgt von zwei furchtbaren Weltkriegen, der faschistischen, italienischen Herrschaft und den daraus resultierenden schlechten Bedingungen, geriet der Barolo in Vergessenheit. Das Kernanbaugebiet, die Langhe, war entvölkert, die Landbevölkerung zog es in die Städte und der Weinbau lag brach. Einige Weinbauern hielten an ihrer Tradition fest und bauten weiter die Nebbiolo-Rebe an und den traditionellen Barolo-Wein aus.

Die Wirtschaft erholte sich und der Barolo erfuhr eine Renaissance. 1966 erhielt der Barolo seinen DOC Status, der 1980 sogar zu einem DOCG Status erhoben wurde. Auch die Novellierung der Anbaugebiete, im Jahre 2010, sicherte dem Barolo seinen DOCG Qualitätsstatus, der bis heute anhält. Allerdings ging dem noch ein gravierender Einbruch voraus. Ursache war der verheerende Methanol-Skandal. Die gesunde Jahresproduktion von 7,3 Millionen Flaschen Barolo, brach auf nur noch 3,7 Millionen Flaschen ein. Wachgerüttelt von der Markttransparenz und den kritisch werdenden Weintrinkern, setzte sich ein neues Qualitätsbewusstsein durch, was durch gute Weine in den Folgejahren belohnt wurde.

Der moderne Barolo im Fokus

Wenn man heute Namen hört, wie Cavallotto, Vajra Aldo, Elio Grasso oder Paruzzo und Rinaldi Giuseppe oder Rocche Costamagna bewegt man sich im oberen Qualitätssegment der Baroloweine.

Der Barolo wird zu 100% aus der Nebbiolotraube gewonnen, die das Terroir der Langhe schmecken lassen. Der Barolo ist kräftig, säurebetont und vielschichtig, was bedeutet, dass er über markante Gerbstoffe verfügt und ob dieser Attribute ein hervorragender Lagerwein ist. Seine Trinkreife stellt sich erst spät ein, ein junger Barolo ist nahezu ungenießbar, er zeigt ungezügelte Säuren und die hausgemachten Gerbstoffe der Nebbiolotraube bringen den Gaumen an seine Grenzen der Zumutbarkeit. Da ein Barolo nicht verschnitten wird, ist es die Kellerkunst des Kellermeisters, der ihn zu dem macht, was er im Alter darstellt. Ein hervorragender Spätentwickler, kräftig, im tiefroten Kleid, voller Säure und elegant eingeschlossenen Tanninen. Ein Wein für spezielle Abende oder einem Diner mit Schmorbraten, Wild oder deftigen Rindfleischgerichten.

Terroir, Geschmack und Aromen

Die steinigen und lehmreichen Böden der Langhe sind sehr mineralhaltig, sie legen den Grundstein für einen Nebbiolo Wein, der an würzigen Aromen von roten Beeren, Trüffel, roter Marmelade, Waldkräutern und angenehmem Teer, kaum zu überbieten ist. Der Aromenreichtum ist enorm und macht ihn zu dem eigenwilligsten aber auch hochqualifiziertesten Wein in der neuen und alten Welt. Sein Rubinrot dunkelt mit den Jahren nach und die harten und unbequemen Tannine werden angenehmer. Eindrucksvolle Würze umspielt Nase und Gaumen, während sich der Nachhall dominant und langanhaltend gestaltet. Nach frühestens 3 Jahren kommt er auf den Markt. Wer ihn als Riserva genießen möchte, muss sich mindestens 5 Jahre gedulden.

Trinkreife, gerade bei einem Barolo zu diagnostizieren, ist eine undankbare Aufgabe, der selbst gewiefte Önologen oftmals nicht gewachsen sind. Die unterschiedliche Entwicklung im Ausbau bei Barolo-Weinen ist Terroir- und Keller bezogen. Eine brauchbare Empfehlung kann nur die Verkostung ergeben. So gelingt es einem Winzer, einen sehr guten Wein zu produzieren, obwohl der Jahrgang als nicht optimal eingestuft wurde, anderseits ergeben sich auch weniger gute Weine, obwohl ein Top-Jahrgang vorausgesagt wurde. Je wilder und ungehobelter ein junger Wein daherkommt desto schwieriger ist es, seinen Werdegang vorauszusagen. Und der Barolo, der ist ein ganz wilder und ungezügelter Genosse, den man als jungen Wein gar nicht kosten möchte.

Wie viel kostet ein Barolo?

Barolos im DOCG Segment liegen bei etwa 30-50 Euro aufwärts, für einen guten DOC Barolo muss man auch schon um die 20-30 Euro ausgeben, um auf der sicheren Seite zu sein.

Die Phänomene in den Supermärkten, Barolos für 6,99 Euro, Bordeaux Weine für 11 Euro etc. werde ich in einem gesonderten Beitrag ausgiebig beleuchten, um Licht ins Dunkle der Preiswunder zu bringen. Hier sei nur so viel gesagt, die Supermarktweine sind nicht schlecht, aber von einem guten Barolo oder Bordeaux etc. weit entfernt.

Lagerhaltung

Der Barolo ist ein hervorragender, trockener Rotwein, der über ein ausgeprägtes Lagerpotenzial verfügt. Junge Weine bedürfen einer Fasslagerung mit anschließender Flaschenreifung. In den ersten fünf Jahren sollte man einen Barolo der Reifung überlassen, was natürlich nur eine vorsichtige Schätzung ist und meiner Erfahrung entspricht. Lässt man ihm sieben oder gar acht Jahre, zeigt er sich in der Regel von seiner besten Seite. Garantierte Lagerzeiten von 15-20 Jahren sind bei einem Barolo keine Seltenheit.

Barolo passt zu..

Der vollmundige, reife Rotwein passt hervorragend in die winterliche Küche. Er begleitet Wild, Pasta oder Rindfleisch-Gerichte mit höchster Eleganz und hebt den Fleischgeschmack sowie die Soßen eindrucksvoll hervor. Ein Wein für besondere Anlässe und gute Freunde.

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Letzte Aktualisierung am 25.05.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

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Guenter J. Lehnen

Guenter J. Lehnen

Sehr geehrter Leser, Mein Spezialgebiet sind die europäischen Weine, Weinbau, Weinausbau und die dazu gehörige Technik. Ich schreibe Texte für Winzer, Winzergenossenschaften und Weinverkäufer, die eine passende, aussagekräftige Beschreibung für ihre Weine benötigen. Meine Texte beschäftigen sich im Wesentlichen mit Weinbaugebieten, deren Weine, Besonderheiten und ihren kulturellen sowie kulinarischen Leckerbissen. Guenter J. Lehnen

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